Nach einer wunderschönen Segelfahrt aus der Havannah Bucht mit gleichmäßige Wind und bis zu 6 kn ankern wir nach 35 sm nun vor der Insel Emae in der Sultans
Bay als Zwischenstation.
Pos.: 17° 02,979 S , 168° 22, 318 E
Heute gibt es Frikasse 😀😊
Abschied von dem etwas rolligen Ankerplatz vor Emae und Start zu einem außegewoehnlich schönen Segeltag. Achterlicher Wind in moderater Stärke, der sogar zum Tanz mit dem Obelix einlädt. Einfach toll!!
So ganz erreichen wir das Endziel nicht, oder wir müssen den Motor anschmeißen. So legen wir in der schönen Bucht " Forland Bay " einen Nachtstop ein, Wir sind im Gebiet der Dougons / Manatees (Seekühe). Das sieht man deutlich unter Wasser an den Wühlspuren dieser massigen Tiere.
Lamar Bay ist eigentlich der "Haupthafen" von Epi. Aber es ist ja nur eine geeignete Bucht zum Ankern. Der alte Pier ist marode und wird wohl auch nicht mehr angelaufen. Stattdessen fährt die Inselschifffahrt mit ihren Leichtern direkt an den Strand , lädt aus und ein und zieht sich danach mit Getöse wieder ins Tiefe zurück.
Lamen Bay ist der Haupthafen der Insel Epi; d.h. es ist eine gut geschützte Bucht mit gutem Ankergrund. Die Inselschifffahrt braucht das nicht. Sie donnern einfach
aufs Ufer, senken die Bugklappe ab, es wird schnell aus- und eingeladen und mit Getöse geht's wieder ins Tiefe. Die alte, marode Pier braucht man nicht mehr.
Drei Boote ankern außer uns. So ist es nicht schwer einen geeigneten Ankerplatz zu finden. Ein Landgang führt uns in ein schönes, aufgeräumtes Dorf mit überaus
freundlichen Leuten, Diese Leute sind einfach außergewöhnlich.
Bei einem weiteren Landgang lernen wir eine neuseeländische Familie kennen, die mit einem großen Katamaran sich eine ca. 7-jährige Segelreise vorgenommen hat. Der
erste Teil ist mit unserer fast identisch. Wir werden sie deshalb sicher öfter wiedersehen . Ihre 4 Kinder (4, 6, 8 und 12) werden an Bord unterrichtet. Sicher werden sie dabei viel lernen
- aber auch soziales Verhalten? - Wir mögen sie und sie genießen die Möglichkeit, mal ein paar Dummheiten von anderen Erwachsenen zu lernen - z.B. wie man zu Dreadlocks oder Tatoos kommt oder
auch, was Spannung und Dehnung ist, wie Mückenlarven aussehen oder ähnlicher Unsinn....
Wir treffen sie wieder in Restaurant den Chiefs Api und seiner Frau Beni - irgendwie sind die Beiden wie Majestix und Gute Mine. Welche Gastfreundschaft: gleich gibt
es Kaffee und wir werden auch gleich zum Gottesdienst am morgigen Sonntag eingeladen - 10 Uhr, eine wirklich christliche Zeit !
28.07. Leute; mein Geburtstag 😂.... mal wieder. Erster Gratulant ist Eggert. Er hat sich wohl gut über Zeitzonen informiert. Raquel übertrifft ihn noch, braucht sie
ja nur auf die Uhr zu schauen.
Pünktlich 10:00 Uhr betreten wir die Kirche von Api und Beni. Sie sind auch auf diesem Gebiet höchst aktiv. Der Gottesdienst wird von Musik und Gesang fröhlich
begangen.
Api , Beni und Sohn mit Musik und Spass beim Gottesdienst
Der Höhepunkt meines "Ehrentages" kommt aber noch. Wir und die Brave-Familie sind zum Essen eingeladen (natürlich zahlt man etwas oder gibt ein Geschenk). Es gibt
verschiedene Beilagen (Yams, Maniok-Puffer, Taro) und Gemüse und Huhn mit Soße. Alles sehr lecker. Dann noch Kuchen! Die Braves haben Kuchen gebacken ! Raquel hatte ja in der Kirche verraten, daß
ich Geburtstag habe und so stand plötzlich die ganze Großfamilie da, ich mußte mich auf einen Thron setzen und bekam einen Halsumhang aus frischen Blumen um und man sang mir ein langes
Geburtstagslied. Und dann waren noch die Kerzen auf dem Kuchen auszublasen : wieder ein Jahr wie weggeblasen 😂!
An Bord klingt dieser tolle Tag mit dem leckeren Rotweingeschenk und den vielen Internetgrüßen aus. Danke an alle !
Der 30.07. ist der 38te Unabhängigkeitstag. In der Nachbarbucht findet die große Feier statt. Alles ist dorthin unterwegs . Wir und das "Hauptlingspaar" können auf dem großen Kat. BRAVE mitfahren... sehr bequem ! und interessant. Schon der 2te Katamaran, den wir begutachten können (auf den Messen muß man dafür erst seinen Kontoauszug abgeben!). Das ist ja nun das Haus der Famlie für die nächsten Jahre und alles ist entsprechend ausgerüstet: beeindruckend!
Sehr fürsorglich werden wir herumgeführt und über die damaligen schlimmen Zustände informiert. Der rote Sektor in der Fahne symbolisiert das vergossene Blut. Die weißen Farmer gaben nicht freiwillig auf und waren nicht zimperlich im Waffengebrauch. Das ist vorbei, aber nun fürchtet man sich vor viel subtilieren Gefahren. Chinesische Geschäftsleute erwerben imt Hilfe der Regierung oder Chiefs billig Land, was nach Stammesgesetzen eigentlich allenfalls verpachtet werden dürfte und so ist es mit der Unabhängigkeit bald dahin. - Noch aber wird gefeiert.
Insgesamt laufen die Spiele in überaus fairer Atmosphäre ab... kaum ein Foul, lachende Gesichter und Freude am Spiel. So etwas habe ich bei den Alt-Alt- Herren nie
erlebt. Man ist hier einfach nicht so verbissen.
Ich habe nach 2 Fußballspielen genug und mache mich zu Fuß auf den "Heimweg". So genieße ich die schöne Landschaft, das weiche, goldene Nachmittagslicht und die
Bewegung.
Freudiges Sportgetümmel...
31.07. 19
Ein Schokoladentag ! Es soll zur Epi-Schokoladenfabrik gehen. Kostproben hatten wir schon gestern genossen und waren von der dunklen Erdnußschokolade begeistert.
Chief Api hat die Sache organisiert und so führt er uns erst einmal zu der Highschool der Insel. Sein Bruder ist hier der Rektor. Er führt uns herum und erzählt aus dem Schulalltag und den
Schwierigkeiten eine solch große Boardingschool zu führen. Dabei sind die Probleme dieser 1979 von der Gemeinde privat gegründeten Schule nicht disziplinärer Art, sondern es hapert an allen Ecken
und Enden an Geld. Der Staat tut wenig und die Hauptlast wird durch das Schulgeld, d. h. durch die Eltern der Schüler aufgebracht. Ca. 1000 € pro Schuljahr und Schüler sind zu bezahlen. Hinzu
kommen Spenden von NGO´s und Privatleuten. Vielleicht finden sich ja einige der Website-Leser bereit, auch eine kleine Spende zur Verfügung zu stellen. Wie das organisiert werden kann muß ich
noch herausfinden.
Von der Schule bekommen wir auch den Pickup gestellt -natürlich gegen Bezahlung - , der uns zur Schokoladenfabrik bringen soll. So lernen wir auch das Landesinnere
besser kennen. Ein schönes Fleckchen mit fröhlichen, winkenden Menschen, die leider nicht immer sehr zuverlässig sind. Und so wird aus der Besichtigung und dem Kauf der köstlichen Schokolade
nichts...... weil man den Besitzer nicht findet !
Also zurück und Besuch der Grundschule - diesmal ohne mich.
01.08.19
8:00 Uhr sind wir verabredet Gemüse und Obst einzukaufen und um uns von diesen großartigen Menschen zu verabschieden; Abschied auch von der Brave- Familie. Es war
toll mit ihnen. Besonders viel spaß machte Raquel und mir, den Kindern ein bischen Unsinn beizubringen - wie macht man Dreadlocks ; wie geht ein Tatoo; wie sehen Mückenlarven aus ... und solche
Dinge. Der "Chefmama" war das manchmal suspekt.
10 Uhr kommen wir endlich los - mal wieder ohne die elektrische Ankerwinch. Achterlicher Wind schiebt uns anfangs kräftig und dann schwächer an - zum Schluß zieht
uns der Obelix. Unser Ziel sind die Maskalynen Inseln, ein Anhängsel von der Insel Malekula. Eine schöne Überfahrt; Höhepunkt war der Besuch von 2 ca. 8 m langen Finnwalen. Neugierig umspielten
sie die Bora, zeigten ihre Finne und unter Wasser den weißen Bauch. Gut, daß wir ein Bestimmungsbuch an Bord haben.
Nun ankern wir in einer gut geschützten Mangrovenbucht und wollen das angekündigte windige, schlechte Wetter abwarten.